In der großzügig geschnittenen Anlage des Württemberger Schlosses befindet sich der Arbeitsbereich des Hohen Rates und die Zaphikel von Waldenburg Kaserne der Württemberger Armee
In diesen Räumlichkeiten Bekommen Rekruten und Soldaten ihre Uniform und Ausrüstung
"Vielen Dank für den Tee." Sie gab etwas Honig dazu und rührte um. Mit dem Becher in der Hand betrachtete sie die verschiedenen Stoffe, befühlte sie fachkundig. " Ich würde mich schon für Seide entscheiden, am liebsten in einem Grünton. " Der Tee war inzwischen nicht mehr allzu heiß und sie trank einen Schluck. " Euer Tee ist wirklich gut." Dann nahm sie noch schnell einen Keks. Sie stellte den Becher wieder ab, der Keks war gegessen und bewegte sich in der Uniform. Ging einige Schritte auf und ab, bewegte dabei die Arme. Ging am Ende noch in die Hocke um alles genau zu prüfen. Zuletzt salutierte sie noch. " Also ich denke ich habe genug Bewegungsfreiheit. Vielleicht könnte sie noch ein klein wenig unter dem Armen ausgelassen werden, dann spannt sie auch nicht so über der Brust."
Gung nickt, sie hatte sich die Bewegungen genau angeschaut. Wenn ich anmerken darf, beim salutieren sollte der Ellenbogen und die Hand sozusagen eine Linie bilden. Da wirft die Jacke auch am Rücken Falten. Sie ergriff nach der Kreide. Wenn ich darf? Dann zeichne ist eben die Hilfslinien an.
Welchen der Grüntöne bevorzugt Ihr? Noch haben wir ja noch drei Töne zur Auswahl, ein leichtes sanftes Lind grün? Oder doch das etwas kräftiges Maigrün? Oder doch lieber dieser dunklere Ton, der schon bald in ein braun übergeht?
Ob die Uniform hinten Falten beim salutieren war, konnte sie schwer beurteilen und verließ sich dabei voll auf die Aussage von Gung. " Aber sicher könnt ihr die Änderungen anzeichnen." Sie hob nochmal die Hand und salutierte, blieb dann in der Position, damit Gung die nötigen Markierungen machen konnte. Als sie ihr die Farben für die Unterfütterung aufzählte musste sie nicht lange überlegen. " Ich hätte gerne das sanfte Lindgrün."
Sobald Frau Hauptmann salutierte, begann Sie einige Makierungen an der Jacke einzuzeichnen. Unter den Armen, auch am hinteren Armkegel. Ich denke wenn ich an den Armkegeln etwas auslasse, sitzt die Jacke gut, auch vorne. Wenn ihr wollt, könnt ihr euch wieder um ziehen. Sie ergriff die Lindgrüne Seide. Ich denke morgen um diese Zeit wird die Jacke unterfüttert sein und ihr könnt sie euch abholen und probieren. Oder auch abholen lassen. Ich möchte ja nicht über eure Zeit verfügen.
Sie wartete bis Gung alles fertig markiert hatte. " Ich denke ihr werdet es schon so machen, dass sie richtig sitzt, da verlasse ich mich ganz auf euch". Das Weib ging wieder hinter den Paravent und tauschte Uniform gegen ihre normale Kleidung. Fertig begab sie sich wieder nach vorn. " Ich werde mich noch einige Zeit im Schloss aufhalten, daher kann ich sie morgen auch selber abholen, wenn es sonst nichts weiter gibt, würde ich mich wieder anderen Dingen zuwenden." Sie salutierte und begab sich zur Tür ,dann verließ sie die Kleiderkammer.
Salutierend erwiderte sie. Gehabt euch wohl Hauptmann Esmarra, morgen wird die Uniform fertig sein. Sie legte sich Schere und Faden bereit, einen Nadelring, und ihre guten Nadeln. Und fing an zu arbeiten.
Früh am Morgen wurde sie wach, ihr war kalt und der Nacken und Kopf schmerzten. Wieso saß sie? Sie blinzelte vorsichtig, sie war in der Kleiderkammer? Verwundert schaute sie auf den Tisch, ihr Talglicht war schon lange erloschen. Sie musste eingeschlafen sein. Die Näharbeit lag vor ihr auf dem Tisch. Vorsichtig betrachtete sie sie. Ja sie war fast fertig. Nur noch die Fäden mussten vernäht werden. Die Nähte waren fein. Behutsam stand sie auf... oh... ihr Bett wäre bequemer gewesen. Erst einmal ging es zur Feuerstelle. Natürlich war es aus. Seufzend machte sie sich den Zunder bereit und schlug Feuer. Danach dann etwas Reisig und als es brannte, Holz. Ihre kalten Finger wurden an die Flammen gehalten. Schon viel besser. Der Wasserkrug war zum Glück noch gut gefüllt. So konnte in den Wasserkessel Wasser gegeben werden. Ihren Becher befüllte sie mit ihren Kräutern, und etwas später als das Wasser heiß war wurde beides zusammengeführt. Dann noch etwas Wasser aus dem Krug in die Hand geschüttet und mit der nassen Hand durchs Gesichts gefahren. Das musste als Morgentoilette reichen, Dachte sie bei sich. Mit dem nun fertigen Becher Kräutertee ging es zurück an den Tisch. So langsam wurde es auch wärmer. Noch einmal kontrollierte sie die Seide des Futters. dieses Lindgrün sah mit dem schwarz der Uniform richtig frisch aus. Eigentlich schade das diese Arbeit keiner sehen wird, dachte sie schmunzelnd. Die Letzten Fäden wurden vernäht und abgeschnitten. Dann war die Arbeit beendet. Noch einmal bürstete sie die Jacke ab.
Nach dem Bürsten sah die Uniform wie neu aus. Was sie ja auch, so gut wie war. Ordentlich legte sie sie auf den Arbeitstisch. Sie musste so langsam in die Waffenkammer. Also schrieb sie einen kleinen Zettel.
Code:
Werte Hauptmann Esmarra, Ihre Uniform ist bereit, ich bin in der Waffenkammer. Wenn ihr mich brauchen solltet. Schwertknecht Gung
So, da wären wir, probiert sie an Hauptmann Esmarra. Ich wasche mich kurz. Einen Tee? Das rief sie schon fast aus der schönen Kammer. Das Wasser ist heiß. Schnell zog sie auch ihre Uniformjacke aus, schüttete sich etwas heißes Wasser in die Schüssel, danach dann noch etwas kaltes Wasser, verbrennen wollte sie sich nicht. Einmal gründlich durch das Gesicht, die Hände mit Seife geschrubbt. Ihr ungeliebtes Kopftuch würde vorsichtig entfernt und mit den feuchten Händen über ihre Haare und den Zopf. So musste es gehen. Eilig wurde die Jacke wieder angezogen. In zwei Becher wurde Heißes Wasser gegeben danach dann ihre Teebeutelchen. Sie stellte alles auf ihr Tablett, einige Kekse dazu und ein kleines Töpfchen mit Honig. Sieden heiß fiel ihr auf das sie immer noch, nur einen Löffel hatte, unbedingt musste sie noch einen besorgen. Dann betrat sie mit dem Tablett in der Hand wieder in die Kleiderkammer und stellte das Tablett auf den Tisch.
Die Frau Hauptmann war noch hinterm Paravent. Sie schaute sich um... etwas fehlte.... aber was nur? Auf einmal fiel es ihr auf. Einen Spiegel, hier fehlt ein Spiegel. Platzte es aus ihr raus.