Werter Danavis,
um Eure Frage zu beantworten.
Wie ich von Regenten anderer Provinzen erfahren habe, wird es überall ähnlich gehandhabt, wird ein neuer Dekan benötigt, dann wird die Stelle ausgeschrieben. In allen Provinzen ist auch ein stellv. Dekan ernannt, der im Notfall vom Regenten eingesetzt werden kann. Genauso wurde mir von einigen Regenten gesagt, das sich deren Rat nicht in die Belange der Universitäten einmischt.
Und selbst auf die Gefahr hin mich zu wiederholen: Sind die Professoren und Studenten mit ihrem Dekan unzufrieden, haben sie in der Universität die Möglichkeit das zu diskutieren und/oder Neuwahlen zu fordern. Das sind durchaus selbstständig denkende Menschen die von keinem Rat vorgeschrieben bekommen müssen, wann und wie oft und evtl. wenn sie als Dekan wählen sollen? Genauso wie jedem Professor oder Student das Recht zusteht mich als Reichsdekanin anzuschreiben oder in Göttingen aufzusuchen, sollte es Probleme geben. Wenn die Suppe versalzen ist, holt man ja auch keinen Schneider um zu helfen sondern wendet sich an einen anderen Koch!
Das Beratungsgremium für die Dekane ist übrigens auch das Reichsdekanat und nicht der Provinzrat, an das sich die Dekane jederzeit wenden können.
Warum nun ausgerechnet in Württemberg dieses Amt dem Rat unterstellt werden soll, bleibt mir ein Rätsel. Und nachdem ich mich über diesen Sachverhalt auch mit einigen Mitgliedern des Reichsrates unterhalten habe, kann ich hier nur noch einmal raten, als Rat die Finger von den Universitäten zu lassen. Dies bringt nur Unruhe in eine Institution die ohne Probleme läuft.
Und nun habe ich einige Fragen an die Ratsmitglieder:
Wird der Rat dann als nächstes den Vorschlag unterbreiten, das auch jeder Bürgermeister nur noch 3x gewählt werden darf. Ist dies nicht auch ein Sonderamt, denn jedes Dorf befindet sich in der Provinz und jeder Bürgermeister ist dadurch den Grafen unterstellt? Fungiert der Rat bei den Bürgermeistern auch als Beratungs- und Entscheidungsgremium und mischt sich in das Amt des Bürgermeisters ein? Gibt der Rat auch an die Bürger Empfehlungen ab wen sie als nächstes als Bürgermeister wählen sollen?
Zitat:
Na, dabei dachte ich, dass dies hier eine Grafschaft ist, alles dem Grafen unterstellt wird und wir ein Beratungs- sowie Entscheidungsgremium sind.
Der Württemberger Rat will hier das Mitspracherecht an einem Amt erhalten, an welchem schon durch die *Allerhöchsten* kein Mitspracherecht eingeräumt wurde. Selbst der Regent hat nur die Möglichkeit von den Allerhöchsten eingeräumt bekommen den Dekan zu entlassen oder einzustellen und auch dies ist nur auf eine logische Konsequenz ((Spielechanismus)) zurückzuführen. Auch der Regent hat keinerlei Einsicht in das Amt des Dekans und ist dort sowie jeder Bettler oder Bauer, Bürger oder Adlige, Kaiser oder König nur ein Student oder ein Professor. Alleine diese Tatsache sollte schon deutlich machen, das die Universität als eine völlig eigenständige Institution fungiert und sich selbst verwaltet, sonst könnte man z.B. den Namen des Dekanes bereits im Sitzungssaal des Rates nachlesen.
Gezeichnet und gesiegelt zu Göttingen am 29. Tag des 11. Monat im Jahre des Herren 1463
