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Auch sie hatte geknickst und Jussi sowie Sefira das Sprechen überlassen. Erstmal die Lage sondieren, aber doch bei dem ein oder anderen Punkt huscht ihr ein schmales Schmunzeln über die Lippen. War doch schon weit vor seinem Klosteraufenthalt ein Brief versendet wurden, aber man will ja auch nicht kleinlich sein. Dennoch, leicht erstaunt ist sie doch, gab es doch einen Aushang über das, was Sefi und sie irgendwie gemeinsam erschaffen hatten. Nun ist sie es, die die Stimme hebt. "Nun, wie Ihr vielleicht dem Aushang auf dem Platz des Volkes entnehmen könnt, haben Sefira und ich ein Konzept entwickelt, wie man Raubopfern besser helfen kann. Wir haben das Herayahaus, welches Euch als Ulmer sicher etwas sagt, ein wenig umgewandelt beziehungsweise das Vorhaben dort ausgebaut. War es vorher 'nur' ein Schlafplatz für die Vagabunden, ein Treffpunkt für EBV, Kultur etc. so ist es nun auch ein gemeinsamer Ort des Zusammenseins, ein Ort wo man günstig Essen bekommt und vor allem wo wir unsere Hilfe für Raubopfer in Ulm anbieten wollen. Ihr kennt uns, wir sind ehrgeizig und helfen gerne, deswegen haben wir dies natürlich nicht nur in Ulm, sondern in Rahmen dessen auch alle Bürgermeister und eben auch den Rat durch Euch kontaktiert. Es gab viel positive Resonanz, jedoch auch leider gar keine. Aber ich werde einmal konkreter. Stellt Euch vor, Ihr seid ein Bürger nach einem Raubüberfall. Ihr habt im schlimmsten Fall nichts oder nur noch wenig an Besitz. Wir wollen Abhilfe schaffen. Durch den wenigen Gewinn, den wir durch den Essens- und Trinkenverkauf erwirtschaften, haben wir eben jenen Räuberopferfond gegründet. Ein Opfer, welches zu uns kommt bis zu zwei Tage nach dem Raub, wird Hilfe erlangen. Wir haben uns zwei Brote und fünfundzwanzig Taler vorgestellt, so dass die gröbsten Verluste aufgefangen werden können. Nun müssen wir aber beobachten, dass unser Verkauf mittlerweile recht gut läuft, wir minimalen Gewinn einfahren, da die Steuern doch sehr hoch sind für solch einen Betrieb. Wir sammeln Geld an, wir haben diesen Fond nun bestimmt schon knapp zwei Monate, aber noch nicht ein Raubopfer, welches sich gemeldet hat. Genau hier erhoffen wir Hilfe vom Rat, Hilfe von der Staatsanwältin, Hilfe von den Bütteln und auch Hilfe von Euch als Graf, dass Ihr uns unterstützten würdet." Der Blick wendet sich zu Sefi, falls sie was vergessen hat, könnte die Freundin ergänzen, denn nun hatte sie soviel geredet, dass sie sicher was unterschlagen hat.
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